Einführung in französischer Sprache von Yves Steichen, Centre national de l'audiovisuel
Dem Luxemburger Abbé Kremer widerfährt das Unglaubliche, als er völlig unerwartet für kurze Zeit aus dem KZ entlassen wird. Jeden Tag muss er sich nun bei dem Luxemburger Gestapo-Chef Gebhardt melden. Im Verlauf dieser Treffen kommt es zwischen dem beinharten Nazi-Karrieristen und dem integren Geistlichen zu einem intellektuellen Rede- und Gedankenduell, in dessen Verlauf die Unterschiede aber auch die Ähnlichkeiten ihrer Charaktere offenbar werden.
« Ulrich Matthes spielt Abbé Kremer - beängstigend hohlwangig und ausmergelt – als einen Grenzgänger zum Jenseits, der bei seiner vorübergehenden Entlassung lediglich einen Fuß aus dem Grab setzen kann. Selten hat ein Schauspieler so eindringlich eine Ahnung davon gegeben, was der Aufenthalt im KZ einem Körper tun kann (...) Aus dem Konflikt der beiden Männer macht Schlöndorff ein beklemmendes Kammerspiel. » (Der Spiegel)