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Freitag, 03.03.2023 — 19:00
neimënster, 28, rue Münster, Luxemburg-Grund
Lesung und Gespräch
Emine Sevgi Özdamar
GEORG-BÜCHNER-PREISTRÄGERIN 2022
Moderation: Katja Lange-Müller
Tickets 10 € | 5 € (<26) | 1,50 € (Kulturpass) Tickets hier
Reservierung per Telefon: +352 26 20 52-444

"Wenn man von seinem eigenem Land einmal weggegangen ist, dann kommt man in keinem neuen Land mehr an. Dann werden nur manche besonderen Menschen dein Land."

Der Roman "Ein von Schatten begrenzter Raum" ist ein so poetischer wie scharfsichtiger Blick auf Europa und gleichzeitig ein Klagegesang auf die Opfer politischer Unterdrückung.

Nach dem Putsch 1971 hält das Militär nicht nur das Leben, sondern auch die Träume der Menschen in der Türkei gefangen. Künstlerinnen und Künstler, Linke, Intellektuelle fürchten um ihre Existenz; auch die Erzählerin, die aus Istanbul übers Meer nach Europa flieht. Im Gepäck: der Wunsch, Schauspielerin zu werden, und das unbedingte Verlangen, den so jäh gekappten kulturellen Reichtum ihres Landes andernorts bekannt zu machen und lebendig zu halten, ohne sich im »Tiergarten der Sprachen« auf die bloße Herkunft beschränken zu lassen. Und dort, inmitten des geteilten Berlin, auf den Boulevards von Paris, im Zwiegespräch mit bewunderten Dichtern und Denkern, findet sie sich schließlich wieder in der »Pause der Hölle«, in der Kunst, wo Politik und Leben uneingeschränkt vereinbar scheinen. 


Emine Sevgi Özdamar wuchs in Istanbul auf, wo sie die Schauspielschule besuchte. Mitte der siebziger Jahre ging sie nach Berlin und Paris und arbeitete mit den Regisseuren Benno Besson, Matthias Langhoff und Claus Peymann. Sie übernahm zahlreiche Filmrollen und schreibt seit 1982 Theaterstücke, Romane und Erzählungen. Für ihre Werke wurde sie 2022 unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet und war auf der Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse (Shortlist). Emine Sevgi Özdamar lebt in Berlin.


Katja Lange-Müller, geboren 1951 in Ostberlin, lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. 1986 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis, 1995 den Alfred-Döblin-Preis für ihre zweiteilige Erzählung »Verfrühte Tierliebe«, 2002 den Preis des ZDF, des Senders 3sat und der Stadt Mainz, 2005 den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, 2008 den Preis der LiteraTour Nord, den Gerti-Spies-Preis und den Wilhelm-Raabe-Preis. Im Jahr 2012/2013 war sie Stipendiatin der Villa Massimo, erhielt den Kleist-Preis und war 2013/2014 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabaya Istanbul. 2017 erhielt sie den Günter-Grass-Preis.


Pressestimmen
»Der Blick, den Özdamar freigibt auf Fremdsein und Fremd-gemacht-Werden, auf Sprachermächtigung, gehört zu den großen Geschenken des Buchs an seine Leser.«
Fridtjof Küchemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Eine Gefühlsunmittelbarkeit, wie man sie in ihren Büchern erlebt, hat es in der deutschen Literatur lange nicht gegeben.«
Marie Schmidt, Süddeutsche Zeitung
»Ein außergewöhnliches Buch, das alle übliche Saisonware vergessen macht.«
Helmut Böttiger, Deutschlandfunk Kultur
Organisiert vom Institut Pierre Werner
Unterstützung: neimënster